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Neu­in­stal­la­tion Win­dows 10

Ihr PC ist mit Mal­ware infi­ziert? Sie wissen nicht genau, wie Sie Ihr System richtig neu instal­lieren? Diese Anlei­tung hilft Ihnen Schritt für Schritt dabei, den PC neu auf­zu­setzen und gleich­zeitig das Risiko einer Neu­in­fi­zie­rung zu vermindern.

Die Anlei­tung richtet sich an Pri­vat­an­wen­dende. Sie ist daher mög­lichst ein­fach und all­ge­mein­gültig gehalten. An einigen Stellen wird den­noch ein gewisses Mass an tech­ni­schem Wissen vor­aus­ge­setzt. Holen Sie sich die kom­pe­tente Hilfe einer Fach­person, wenn Sie unsi­cher sind.

Damit Sie Ihr System gemäss dieser Anlei­tung richtig neu instal­lieren können, benö­tigen Sie neben einer gül­tigen Lizenz ein Win­dows 10 Instal­la­ti­ons­me­dium. Dies kann ein USB-Lauf­werk, eine DVD oder eine CD sein.

HINWEIS: Wenn Sie kein Win­dows 10 Instal­la­ti­ons­me­dium haben, können Sie dieses auf einem Com­puter mit Win­dows 10 erstellen. Beachten Sie aber, dass Sie dies auf einem Mal­ware-freien PC tun und nicht auf dem ver­seuchten System. Zur Erstel­lung des Instal­la­ti­ons­me­diums müssen Sie das Media Crea­tion Tool von Micro­soft her­un­ter­laden und aus­führen. Hier finden Sie Anwei­sungen mit wei­teren Infor­ma­tionen zur Ver­wen­dung dieses Tools.

Schritt 1: Trennen des PCs vom Netzwerk

  • Wenn Ihr PC per Kabel ans Netz­werk ange­bunden ist, können Sie ein­fach den Netz­werkste­cker herausziehen.
  • Falls Sie ein Drahtlos-Netz­werk (WLAN) ver­wenden, sollten Sie den Flug­zeug­modus akti­vieren (Klick auf das Netz­werk­symbol unten rechts in der Tas­kleiste → Klick auf die Schalt­fläche für den Flugzeugmodus).

Schritt 2: Sichern der per­sön­li­chen Daten und der Lizenz

  • Schliessen Sie ein externes Spei­cher­me­dium (externe Fest­platte) mit gedrückt gehal­tener «Shift»-Taste an und sichern Sie alle Ihre per­sön­li­chen Daten. Ver­wenden Sie dafür nicht Ihr «nor­males» Back­up­me­dium, son­dern nach Mög­lich­keit ein neues, kom­plett leeres.

HINWEIS: Mal­ware auf dem PC kann dazu führen, dass das externe Spei­cher­me­dium sowie die dort abge­legten Daten eben­falls infi­ziert werden. Spe­ziell die Autorun-Funk­tion wird von Mal­ware genutzt, um sich über externe Spei­cher­me­dien (USB-Lauf­werk etc.) wei­ter­zu­ver­breiten. Diese Autorun-Funk­tion lässt sich tem­porär relativ ein­fach deak­ti­vieren. Halten Sie hierzu die «Shift»-Taste auf Ihrer Tas­tatur gedrückt, wäh­rend Sie das externe Spei­cher­me­dium an Ihren PC anschliessen und lassen Sie die «Shift»-Taste erst nach einer kurzen Zeit­spanne wieder los. Die «Shift»-Taste ver­hin­dert in diesem Fall, dass Win­dows auto­ma­tisch Pro­gramme und Dateien auf dem externen Spei­cher­me­dium ausführt.

Wenn Sie nachher Ihren PC for­ma­tieren – was bei einem Mal­ware-Befall drin­gend ange­zeigt ist – ist u.U. auch Ihre Lizenz ver­loren. Des­halb ist es wichtig, dass Sie diese vor­gängig sichern.

  • Kli­cken Sie unten links in der Tas­kleiste auf das Windows-Logo.
  • Öffnen Sie ein Ein­ga­be­auf­for­de­rungs­fenster, indem Sie «cmd» ein­geben und die Ein­ga­be­taste (Enter) drücken.
  • Geben Sie den Befehl «wmic path soft­ware­li­cen­singser­vice get OA3xOriginalProductKey» ein und drü­cken Sie die Ein­ga­be­taste (Enter). Nun wird Ihnen Ihre Lizenz angezeigt.
  • Spei­chern Sie Ihre Lizenz in einem Text­ver­ar­bei­tungs­pro­gramm und sichern Sie diese eben­falls auf dem externen Speichermedium.

HINWEIS: Sollte die Aus­gabe des obigen Befehls leer sein, ist im UEFI/BIOS keine Lizenz gespei­chert. In diesem Fall muss die Lizenz manuell ein­ge­geben worden sein und steht sehr wahr­schein­lich auf einem Auf­kleber am Gehäuse Ihres PCs. Falls dies nicht der Fall ist, können Sie die Lizenz mit einem Pro­gramm wie z.B. Magical Jelly Bean Key­finder oder Win­dows Pro­duct Key Viewer aus der Regis­trie­rungs­datei (Registry) Ihres PCs auslesen.

Schritt 3: Berei­nigen der GPT oder des MBR

Gewisse Schad­pro­gramme nisten sich in der GPT (GUID-Par­ti­ti­ons­ta­belle) oder im MBR (Master Boot Record) des PCs ein. GPT oder MBR sollten des­halb neu geschrieben und auf diese Weise berei­nigt werden.

HINWEIS: Der MBR (Master Boot Record) ist ein alter, aber noch immer und häufig ver­wen­deter Par­ti­ti­ons­stil. Die GPT (GUID-Par­ti­ti­ons­ta­belle) ist der zuneh­mend ver­brei­tete neue Partitionsstil.

  • Ver­binden Sie das Win­dows 10 Instal­la­ti­ons­me­dium (USB-Lauf­werk, DVD oder CD) mit dem PC und starten Sie diesen neu.
  • Sollte der PC nach dem Neu­start nicht vom Win­dows 10 Instal­la­ti­ons­me­dium aus booten, so stellen Sie im UEFI/BIOS das gewünschte Lauf­werk als erstes Device ein (siehe Main­board-Hand­buch). Alter­nativ können Sie gleich nach dem Starten des PCs die Funk­ti­ons­taste «F8» drü­cken. Sie gelangen so zum Boot­ma­nager, wo Sie das gewünschte Start-Lauf­werk aus­wählen können.
  • Drü­cken Sie eine belie­bige Taste, wenn Sie dazu auf­ge­for­dert werden.
  • Drü­cken Sie in Win­dows Setup die Tas­ten­kom­bi­na­tion «Shift» und «F10», um ein Ein­ga­be­auf­for­de­rungs­fenster zu öffnen.
  • Öffnen Sie das diskpart-Tool, indem Sie den Befehl «diskpart» ein­geben und mit der Ein­ga­be­taste (Enter) bestätigen.
  • Geben Sie den Befehl «list disk» ein und drü­cken Sie die Ein­ga­be­taste (Enter).
  • Geben Sie den Befehl «select disk ‹disk number›» ein und drü­cken Sie die Ein­ga­be­taste (Enter).

HINWEIS: Bei ‹disk number› ist die Nummer der Disk anzu­geben, auf welche Win­dows später instal­liert werden soll. Ach­tung: Falls hier das USB-Lauf­werk mit dem Win­dows 10 Instal­la­ti­ons­me­dium gewählt wird, wird dieses gelöscht!

  • Löschen Sie den GPT oder MBR, indem Sie den Befehl «clean [-all]» ein­geben und die Ein­ga­be­taste (Enter) drücken.

ACHTUNG: Durch das Löschen des GPT oder MBR werden alle Daten auf dem System gelöscht!

  • Schliessen Sie das Ein­ga­be­auf­for­de­rungs­fenster und fahren Sie den PC her­unter. Belassen Sie das Win­dows 10 Instal­la­ti­ons­me­dium (USB-Lauf­werk, DVD oder CD) mit dem PC verbunden.

HINWEIS: Hier finden Sie wei­tere Infor­ma­tionen zum Löschen des GPT und MBR sowie zur Neu­in­stal­la­tion von Win­dows 10.

Schritt 4: Neu­in­stal­la­tion von Win­dows 10

  • Starten Sie den PC.
  • Sollte der PC nach dem Neu­start nicht vom Win­dows 10 Instal­la­ti­ons­me­dium aus booten, so stellen Sie im UEFI/BIOS das gewünschte Lauf­werk als erstes Device ein (siehe Main­board-Hand­buch). Alter­nativ können Sie gleich nach dem Starten des PCs die Funk­ti­ons­taste «F8» drü­cken. Sie gelangen so zum Boot­ma­nager, wo Sie das gewünschte Lauf­werk aus­wählen können.
  • Drü­cken Sie eine belie­bige Taste, wenn Sie dazu auf­ge­for­dert werden.
  • Instal­lieren Sie Win­dows 10 mit den von Ihnen gewünschten Einstellungen.

HINWEIS: Mit dem Löschen des GPT oder MBR wurden auch die Par­ti­tionen gelöscht. Legen Sie diese wie von Ihnen gewünscht neu an.

ACHTUNG: Wäh­rend der Instal­la­tion von Win­dows 10 können Sie bereits einige Ent­schei­dungen in Sachen Daten­schutz treffen. So werden Sie gefragt, wie umfang­reich Sie Dia­gno­se­daten an Micro­soft senden möchten. An dieser Stelle können Sie zunächst nur zwi­schen «Voll­ständig» und «Ein­fach» wählen. Um zu ver­hin­dern, dass Win­dows zu viele Daten unge­wollt an Micro­soft sendet, wählen Sie «Ein­fach» aus. Nach der Instal­la­tion von Win­dows 10 können Sie gewisse Ein­stel­lungen indi­vi­dua­li­sieren. Warten Sie, bis Win­dows 10 fertig instal­liert ist und nehmen Sie die Ein­stel­lungen dann vor. Unsere Anlei­tung mit wei­teren nütz­li­chen Infor­ma­tionen zum Daten­schutz bei Win­dows 10 finden Sie hier.

  • Instal­lieren Sie Win­dows 10 mit den von Ihnen gewünschten Ein­stel­lungen zu Ende.
  • Ver­binden Sie den PC mit dem Internet (Netz­werkste­cker einstecken).
  • Aktua­li­sieren Sie das Betriebs­system, indem Sie unten links in der Tas­kleiste auf das Win­dows-Logo kli­cken und «Win­dows Update» ein­geben und mit der Ein­ga­be­taste (Enter) bestä­tigen. Kli­cken Sie anschlies­send auf «Nach Updates suchen». Die Updates werden nun auto­ma­tisch installiert.

Schritt 5: Instal­la­tion eines Virenschutzprogrammes

  • Instal­lieren Sie ein Viren­schutz­pro­gramm aus ver­trau­ens­wür­diger Quelle und aktua­li­sieren Sie dieses mit­tels der inte­grierten Update-Funk­tion.

HINWEIS: Eine Liste emp­foh­lener Viren­schutz­pro­gramme finden Sie hier.

Schritt 6: Instal­la­tion und Aktua­li­sie­rung von Programmen

  • Instal­lieren Sie die gewünschten Pro­gramme. Aktua­li­sieren Sie alle Pro­gramme und schalten Sie wo mög­lich die Auto­up­date-Funk­tion ein.

HINWEIS: Achten Sie darauf, Pro­gramme nur aus ver­trau­ens­wür­digen Quellen zu instal­lieren (z.B. Down­load-Web­seiten der Her­steller oder Soft­ware-Archive wie PCtipp, Heise etc.).

Schritt 7: Scannen der Daten

  • Halten Sie die «Shift»-Taste gedrückt und schliessen Sie das externe Spei­cher­me­dium (externe Fest­platte) mit den zuvor gesi­cherten Daten an den PC an.

HINWEIS: Falls sich beim Sichern der Daten Mal­ware auf das externe Spei­cher­me­dium kopiert hat, kann der PC wieder infi­ziert werden! Um dies zu ver­hin­dern, muss beim Anschliessen des externen Spei­cher­me­diums zwin­gend die «Shift»-Taste gedrückt gehalten werden.

  • Scannen Sie das gesamte System und das externe Spei­cher­me­dium mit dem zuvor instal­lierten Viren­schutz­pro­gramm. Falls infi­zierte Dateien gefunden werden, sind diese zu berei­nigen oder zu löschen!

HINWEIS: Eine bes­sere, aber auch auf­wen­di­gere Alter­na­tive zum Scannen vom neu instal­lierten System aus, wäre es, das externe Spei­cher­me­dium mit­tels einer boot­baren Live-CD oder von einem anderen Betriebs­system (z.B. Linux, macOS) aus zu überprüfen.

Schritt 8: Zurück­si­chern der Daten

  • Spielen Sie Ihre gesi­cherten Daten vom externen Spei­cher­me­dium auf den PC zurück.

Schritt 9: Was sonst noch zu tun ist!

  • Da Mal­ware sehr oft Benut­zer­namen und Pass­wörter aus­späht, sollten Sie auf jeden Fall sämt­liche Pass­wörter auf dem System selbst, aber auch alle Pass­wörter auf Web­seiten (z.B. E-Ban­king, E-Mail-Zugang, Face­book etc.) ändern.
  • Aus­serdem sollten Sie Ihre E-Ban­king-Aus­züge sowie die Aus­züge der Kre­dit­karten genau überprüfen.

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