Cloud-Dienste gehören für viele Menschen längst zum Alltag. Die Daten sind jederzeit verfügbar und lassen sich bequem synchronisieren. Doch die einfache Nutzung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Cloud-Speicher Sicherheitsrisiken mit sich bringen.
Die Cloud ist nur so sicher wie Ihr Benutzerkonto
Die meisten erfolgreichen Angriffe auf Cloud-Konten erfolgen nicht, weil die Cloud-Anbieter wie OneDrive, Google Drive, iCloud oder Dropbox unsicher wären, sondern weil Benutzerkonten schlecht geschützt sind. Ein schwaches oder mehrfach verwendetes Passwort reicht Angreifern oft aus, um Zugriff auf persönliche Daten zu erhalten.
Deshalb gilt:
- Verwenden Sie für jedes Cloud-Konto ein einzigartiges, starkes Passwort.
- Aktivieren Sie wenn möglich die Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA). Dadurch reicht ein gestohlenes Passwort allein nicht mehr aus, um missbräuchlich auf Ihre Daten zugreifen zu können.
- Nutzen Sie einen Passwort-Manager, um sichere Passwörter zu erstellen und zu verwalten.
Vorsicht beim Teilen von Dateien
Cloud-Dienste erleichtern das Teilen von Dokumenten. Allerdings bleiben erstellte Freigabelinks häufig länger aktiv als nötig oder sind versehentlich öffentlich zugänglich. Kontrollieren Sie deshalb regelmässig, welche Dateien Sie freigegeben haben und für wie lange, und vergeben Sie nur die notwendigen Berechtigungen.
Sensible Daten zusätzlich schützen
Nicht jede Datei gehört unverschlüsselt in die Cloud. Besonders vertrauliche Dokumente, wie beispielsweise Ausweiskopien, Steuerunterlagen oder Verträge, sollten nach Möglichkeit vor dem Hochladen verschlüsselt werden. So bleiben die Inhalte selbst dann geschützt, wenn Unbefugte Zugriff auf die Dateien erhalten.
Gelöscht bedeutet nicht sofort verschwunden
Viele gehen davon aus, dass gelöschte Dateien unmittelbar vom Server entfernt werden. Tatsächlich bewahren zahlreiche Cloud-Anbieter gelöschte Daten noch mehrere Wochen oder sogar Monate auf. Dies erleichtert zwar die Wiederherstellung versehentlich gelöschter Dateien, bedeutet aber auch, dass Daten nicht sofort endgültig verschwinden.
Wer seinen Cloud-Account löscht oder sensible Informationen entfernen möchte, sollte deshalb die Löschrichtlinien seines Anbieters kennen.
Synchronisation ersetzt kein Backup
Ein häufiger Irrtum: Viele gehen davon aus, dass ein Cloud-Speicher automatisch auch ein Backup ist. Tatsächlich werden Änderungen oder versehentlich gelöschte Dateien oft auf alle verbundenen Geräte synchronisiert. Wird eine Datei durch Schadsoftware verschlüsselt oder gelöscht, kann dies ebenfalls synchronisiert werden.
Die bewährte 3-2-1-Regel für Backups bleibt deshalb aktuell:
- drei Kopien Ihrer wichtigen Daten,
- auf zwei unterschiedlichen Speichermedien,
- eine Kopie an einem separaten Ort.
Geräte nicht vergessen
Auch die sicherste Cloud schützt nicht vor einem kompromittierten Computer oder Smartphone. Halten Sie Ihre Geräte aktuell, installieren Sie Sicherheitsupdates zeitnah und seien Sie vorsichtig bei verdächtigen E-Mails, Links oder Dateianhängen.